Verbraucherinsolvenz

Was bedeutet Verbraucherinsolvenz?

Wenn Sie stark verschuldet sind und abzusehen ist, dass Sie Ihre Schulden nicht mehr abtragen können, bietet sich die Beantragung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens an.

 

Entscheiden Sie sich für diesen Weg, sind Sie

  • spätestens nach 6 Jahren schuldenfrei. Und zwar selbst dann, wenn Sie über den ganzen Zeitraum kein pfändbares Einkommen haben - etwa, weil Ihr Einkommen unterhalb der Pfändungsgrenzen liegt oder mit Rücksicht auf Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern oder Ehepartner nicht pfändbar ist.
  • schon nach 5 Jahren schuldenfrei, wenn Ihr pfändbares Einkommen ausreicht, um damit die Kosten für das Gericht und den Treuhänder zu begleichen
  • sogar bereits nach 3 Jahren schuldenfrei, wenn auf dem Konto des Treuhänders bis zum Ablauf des 3. Jahres nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Beiträge eingegangen sind, die zur Deckung von 35% der festgestellten Forderungen und der Treuhändervergütung ausreichen. Zeigt sich gegen Ende des 3. Jahres, dass die pfändbaren Beiträge allein nicht ausreichen, steht es Ihnen frei, noch eine Extra-Zahlung zu leisten. 
  • unter Umständen noch früher schuldenfrei. Nämlich dann, wenn keiner der Gläubiger oder nur ein Teil der Gläubiger Ansprüche im Verfahren angemeldet hat und Sie in der Lage sind, diese Forderungen zuzüglich der Verfahrenskosten zu begleichen.

1. Wieviel bleibt mir während des Insolvenzverfahrens von meinem Gehalt?

Ihnen bleibt von Ihrem Einkommen immer ein pfändungsfreier Betrag. Die jeweilige Höhe ergibt sich aus der Pfändungstabelle und richtet sich nach Ihrem monatlichen Nettoeinkommen und der Zahl der Unterhaltsberechtigten.

Unterhaltsberechtigt sind auch Ehepartner ohne hinreichendes eigenes Einkommen und volljährige Kinder, die noch in der Ausbildung sind. Vielen Schuldnern wird daher während des Insolvenzverfahrens sogar mehr Geld zum Leben zur Verfügung stehen als zuvor. Einfach deshalb, weil alle Ratenzahlungsverpflichtungen weggefallen.

 

Nach der derzeit gültigen Pfändungstabelle bleiben Ihnen monatlich mindestens zur freien Verfügung:

Unterhaltsberechtigte Einkommen zur freien Verfügung
0 1.139,-
1 1.569,-
2 1.809,-
3 2.039,-
4 2.279,-
5 2.519,-

2. Was passiert, wenn sich mein Einkommen während des Insolvenzverfahrens verringert oder ganz wegfällt?

Auch wenn Sie arbeitslos werden, erkranken oder in Rente gehen, gefährdet das nicht die angestrebte Restschuldbefreiung. Pfändbar ist immer nur der Teil Ihres Einkommens, der oberhalb der Pfändungsgrenzen liegt.


3. Wirkt sich das Insolvenzverfahren auch auf meinen Ehepartner aus?

Nein, diese Sorge ist unbegründet. Ihr Partner ist in keiner Weise von Ihrem Insolvenzverfahren betroffen. Der Insolvenzverwalter hat weder Zugriff auf dessen Einkommen, noch auf das Eigentum und Vermögen Ihres Partners.